Natürlich ist es gerade auch für Schmerzpatienten oder chronisch Kranke leichter gesagt als getan, die vorhandene Krankheit einfach einmal auszublenden. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie kräftezehrend es ist, wenn sich die Gedanken nur noch um die Krankheit und den damit verbundenen Beschwerden drehen. Wenn man damit am Abend ins Bett geht, kaum Schlaf bekommt und sich der erste Gedanke am Morgen auch wieder nur um dieses Thema dreht. Da überlegt man oft Tag und Nacht, welche schmerzlindernden Möglichkeiten es wohl noch gibt, ob man wirklich schon alle Therapieansätze probiert hat oder ob man nicht einen weiteren Arztwechsel ins Auge fassen sollte. Auch wenn für mich diese Sorgen zum Glück der Vergangenheit angehören, kann ich jeden Betroffenen sehr gut verstehen, wenn er sprichwörtlich am Rad dreht.
Nicht selten suchen Menschen bei mir nach Rat, weil sie sich gerne auch einmal mit etwas anderem beschäftigen möchten, als immer nur mit ihrer Krankheit. Oftmals ist es auch der Partner oder ein enger Familienangehöriger der Kontakt aufnimmt, weil eben nicht nur der Betroffene selber leidet, sondern die Situation auch für das direkte Umfeld schwer zu ertragen ist. Je länger solch eine belastende Zeit anhält, umso größer ist der Wunsch nach ein paar Stunden oder Tage des ganz normalen Lebens. Eine Nutzerin des Schüßlerforums, die seit vielen Jahren an Fibromyalgie und den damit verbundenen chronischen Schmerzen leidet, schrieb mir vor ein paar Wochen:
Das Verständnis, welches mein Mann und meine erwachsene Tochter mir entgegenbringen, ist gewaltig. Aber es muss doch eine Möglichkeit für mich geben, da einmal aus meinem Hamsterrad auszubrechen. Ich fühle mich von meinem Arzt gut betreut und eingestellt, aber immer kreisen meine Gedanken um diese Krankheit und um alternative Behandlungsmöglichkeiten, um vielleicht ein wenig mehr zu erreichen. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als mal ein paar Tage einfach wieder normal zu leben. Es kann doch nicht sein, dass sich unser aller Leben jetzt nur noch um meine Krankheit dreht. Selbst Feiertage werden kaum noch als solche wahrgenommen, weil ich schon am Morgen überlege, wie ich diesen Tag am besten überstehe. Ich frage mich, wie es denn all die anderen machen, denen es ähnlich oder sogar noch schlechter geht. Sie liebe Berbel haben mir schon so oft geholfen, haben sie nicht auch jetzt eine Empfehlung für mich? Denn schon jetzt denke ich mit Grauen an die Feiertage zum Jahresende. Gibt es eine Möglichkeit, mich da ein wenig besser aufzustellen, so dass wir diese Tage im Familienkreis etwas entspannter angehen können?
Ja – wie kann man da Abhilfe schaffen?
Wenn sich das Leben nur um die Krankheit dreht und man dermaßen eingeschränkt ist, weil der Körper es einem einfach nicht erlaubt, Freude aufkommen zu lassen, dann ist „Urlaub von der Krankheit“ vielleicht das Zauberwort. Der oben genannten Ratsuchenden habe ich mit meiner Antwort sehr gut helfen können und so möchte ich ähnlich Betroffenen mit diesem Beitrag ein wenig Mut machen. Denn vielleicht sind es gerade die letzten Tage des alten bzw. die ersten Tage des neuen Jahres, an denen sich solch ein Vorhaben gut planen lässt.

Damit der Urlaub gelingt, sollten – ähnlich, wie es sich bei dem beruflichen Urlaub verhält – ein paar Dinge geregelt sein. Beruflich sorgen wir dafür, dass der Schreibtisch leer und unsere Vertretung gut eingewiesen ist. In Bezug auf einen Urlaub von der Krankheit ist es wichtig, dass der Betroffene in bestmöglicher Behandlung und von Therapieseite her gut eingestellt ist. Je nach Schwere der Krankheit ist es ratsam, sich mit dem behandelnden Arzt abzusprechen. Der Urlaub sollte niemals bedeuten, dass eine offene Diagnose, eine laufende Therapie oder gar die Behandlung einer vielleicht lebensbedrohlichen Erkrankung hinausgezögert oder die Einnahme lebenswichtiger Medikamente einfach ausgesetzt werden.
Den Urlaub von der Krankheit können Betroffene erst dann genießen, wenn sie nach langer Zeit der mehr oder weniger erfolgreichen Suche nach Diagnose und Therapie oder nach einem oft langen Behandlungsmarathon entscheiden, einfach einmal ganz bewusst eine Pause einzulegen. Sie sollten sich bewusst machen, dass sie ihrer Krankheit bereits wahnsinnig viel Aufmerksamkeit, Energie und auch Zeit gewidmet haben. Mit dem Urlaub entscheiden sie, dass sie für die angesetzten Urlaubstage keine weitere Kraft und Zeit in die Heilung der Krankheit investieren möchten. Sie haben sich mit dem Kümmern um dieses Problem verausgabt und nun wird es eine zeitlang auch ohne ihre ständige Aufmerksamkeit auskommen.
Während der Urlaubszeit sammeln sie einmal keine weiteren Tipps, Ratschläge und Rezepte oder Adressen von Therapeuten, die helfen könnten. Es sollten in der Zeit auch keine neuen Therapien ausprobiert oder ein neuer Heilbehandler aufgesucht werden. Einmal etwas komplett anderes zumachen, gibt dem Körper zudem die Gelegenheit, vorher gesetzte Heilimpulse richtig zu verarbeiten. Das gibt wieder mehr Kraft – auch für die Zeit nach dem Urlaub.
Aber was soll ich stattdessen tun?
Diese Frage wird sich manch einer stellen, der sich jahrelang ausschließlich auf seine Krankheit konzentriert hat und gar nicht mehr weiß, was wirklich Spaß macht. Vielen Betroffenen wird es auch schwer fallen, an eine alte Freundschaft anzuknüpfen, wenn man diese über eine lange Zeit vernachlässigt hat. Es kann helfen, wenn man sich wirklich nur einmal auf die Dinge konzentriert, die man gerne tun möchte und wo einem die Krankheit nicht im Wege steht. Etwas Schönes und vielleicht auch einfach einmal etwas Verrücktes oder Ausgefallenes machen, was wirklich Freude bereitet. Die Zeit ganz bewusst mit lieben Menschen verbringen und ja, vielleicht auch neue Leute und deren Geschichten kennen zu lernen, kann den Urlaub wertvoll machen.
Wie bereits erwähnt, sollten keine lebenswichtigen Medikamente abgesetzt oder Therapien abgebrochen und dadurch die Gesundheit zusätzlich gefährdet werden. Aber in diesem Urlaub sollten alle nicht unbedingt notwendigen Heilmittel weggelassen werden. Die oben erwähnte Ratsuchende schrieb mir, dass es zwar nicht gleich beim ersten Anlauf geklappt hatte aber schon beim zweiten Mal, als auch Mann und Tochter eingeweiht waren und diese ihr Vorhaben verstanden und von sich aus nicht auf ihre Krankheit zu sprechen kamen, kehrte bei ihr eine innere Ruhe ein. Es kamen völlig neue Gespräche auf, es wurden sogar die alten Karten- und Gesellschaftsspiele hervorgeholt und das Wichtigste, es wurde auch wieder herzhaft gelacht. Wenn möglich, will sie jetzt einmal im Monat diese Auszeit ganz bewusst genießen.
Und wie geht es nach solch einem Urlaub weiter?
Das entscheidet jeder Betroffene selbst. Jeder Urlaub bringt neue Anregungen mit sich. Während des Urlaubs wurde die Erfahrung gemacht, wie es sich anfühlt, wenn die Krankheit einmal nicht die Hauptrolle spielt. Zudem hatte der Körper Zeit, Heilungsimpulse zu verarbeiten. Vielleicht ist er jetzt nach dem Urlaub bereit, einen nächsten Schritt zu tun, der Sie als Betroffener weiter voran bringt.
Und denken Sie daran:
Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub. Wenn Sie wieder im Büro sitzen, träumen Sie vielleicht schon von der nächsten Auszeit. Und so sollten Sie auch Ihre nächste Auszeit von Ihrer Krankheit planen. Ob es dann nur regelmäßige Urlaubstage sind oder eine Auszeit über Wochen, muss jeder Betroffene für sich herausfinden. Manchmal fällt der Einstieg leichter, wenn man sich grundsätzlich das Wochenende frei hält. Bringen Sie wieder einen Rhythmus in Ihr Leben und geben Sie den Takt vor. Ihre Krankheit muss sich dann diesem Takt anpassen und nicht umgekehrt.
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Über Wirksam Heilen:
Der Verlag „Wirksam heilen“ ist ein Herzensprojekt das von Bärbel Puls im Jahr 2014 gegründet wurde. Aufgrund eigener, gesundheitlicher Probleme beschäftigte sich Frau Puls bereits sehr früh und sehr intensiv mit diversen Erkrankungen sowie wirksamen Naturheilverfahren. Im Jahr 2006 folgte die Gründung des Schüssler-Forums, das schnell eine wichtige Anlaufstelle für viele Menschen mit gesundheitlichen Problemen in Deutschland wurde. Im Jahr 2014 wurde dann „Wirksam Heilen“ ins Leben gerufen, ein umfassendes Compendium und digitales Nachschlagewerk zu einer Vielzahl von Erkrankungen und Gesundheitsproblemen sowie alternative und wirksame Behandlungsmethoden dazu.
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