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23. August 2017

Was steckt hinter dem Zauberwort „Detox“

(Inklusive Audioversion)

Der Begriff selber, den ein englisches Wörterbuch mit „Entfernung giftiger Substanzen“ definiert, wird zunehmend missbraucht, um überteuerte Wässer, Tees, Duschgels, Shampoos, Gesichtsmasken und Nahrungsergänzungsmittel zu verkaufen. All diese Produkte sollen angeblich bei der Entgiftung helfen.

Und mittlerweile sind sogenannte „Detox-Kuren“ sprichwörtlich in aller Munde und vor allem stehen sie in den Regalen der Apotheken, Supermärkte, Bio-Läden und Internetshops. Ob die reinen Saftkuren oder die zusammengestellten Detox-Menüs, eines wird bei der Durchsicht der ganzen Produkte schnell klar: Sie kosten eine Menge Geld und versprechen oft – im Ruck-Zuck Verfahren, ohne große Mühe und viel Engagement – großartige Ergebnisse. Zudem suggeriert die Werbung oft auch noch, dass nach wenigen Tagen der Körper nicht nur entschlackt ist, sondern sich quasi – so ganz nebenbei – auch noch eine Traumfigur einstellt.

Während die traditionellen Entschlackungskuren aus vielen verschiedenen Maßnahmen bestehen und über mehrere Wochen hinweg praktiziert werden sollten, genügt es bei diesen modernen Detox-Kuren angeblich, wenn man einige Tage nach Plan die Detox-Drinks oder die entsprechende Mahlzeit zu sich nimmt. Im Extremfall soll es sogar reichen, wenn ein paar spezielle Kapseln geschluckt werden. Über Sinn oder Unsinn dieser zum Teil krass überteuerten Produkte, will ich hier gar nicht schreiben. Da sollte einfach der gesunde Menschenverstand eingeschaltet werden.

So oder so wird über den Sinn dieser ganzen Entschlackungs- oder auch Entgiftungskuren – denn nichts anderes ist gemeint, wenn jetzt mit einem Male die ganze Schickeria detoxt – kontrovers diskutiert.
Auch wenn viele Wissenschaftler und Schulmediziner meinen, dass es gar kein Verschlacken gibt und demnach Entschlackungskuren als reinen Blödsinn abtun, ist das Wort „Schlacke“ in der Naturheilkunde seit vielen hundert Jahren ein Begriff. Es werden damit Stoffe deklariert, die im Organismus während des körpereigenen Stoffwechselprozesses entstehen, aber – aus unterschiedlichen Gründen – oft nur unzureichend ausgeschieden oder abgebaut werden können.

Ein paar der Gründe:

  • Der Organismus wird durch falsche und / oder einem Zuviel an Nahrung überfordert.
  • Die Ausleitungsorgane (Darm, Leber, Lymphsystem oder Nieren) sind so überlastet, dass sie die Stoffe nicht mehr ausreichend ausleiten können.
  • Es fehlen die nötigen Vitalstoffe oder Basen zur Neutralisierung bzw. zum Abbau der entstandenen Stoffe.
  • Es liegen – aufgrund jahrelanger falscher Ernährungs- und Lebensgewohnheiten – Stoffwechselstörungen vor, die zur Anhäufung von Schlacken führen.
  • Toxische Stoffe, die von außen in den Körper gelangen – wie z. B. über Nahrungsprodukte selber, über Luft und Wasser, über Kosmetika und Pflegeprodukte. Aber auch Alkoholika, Drogen und Medikamente, Zigarettenrauch und den nicht zu unterschätzenden Zahnfüllungen aus Amalgam, sind verantwortlich.

Alternativmediziner bestätigen immer wieder, dass naturheilkundliche Maßnahmen schwerer greifen und auch eine ins Auge gefasste Entgiftung / Ausleitung umso effektiver ist, je besser die Ausleitungsorgane funktionieren. Aus der Phytotherapie sind einige Pflanzen bekannt, die wir nutzen können, um unseren Organismus auf sanfte Art in seiner Arbeit zu unterstützen. Da müssen wir auch  nicht warten, bis gar nichts mehr geht. Bis, wie in meinem letzten Beitrag aufgezeigt, uns die Wohlstandkrankheiten aus der Bahn werfen. Eine maßvolle und ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegungseinheiten und eine gesunde Balance zwischen Stress- und Ruhezeiten, sind die besten Garanten für einen reibungslos funktionierenden Organismus. Und um die kleinen Ausrutscher und die Belastungen – denen wir nicht ausweichen können – aufzufangen, sollten wir immer einmal schauen, was „Mutter Natur“ bereithält und diese Pflanzen im Speiseplan berücksichtigen.

Buch, Herb- und Bitterstoffe, Eine einfache Anleitung für den Umgang mit Herb- und Bitterstoffen

Eine einfache Anleitung für den Umgang mit Herb- und Bitterstoffen

Hier nur einige der vielen Möglichkeiten:

  • Ackerschachtelhalm: Er enthält sehr viel Kieselsäure und weitere hochwirksame Pflanzeninhaltsstoffe. Die Einnahme wirkt harntreibend und bindegewebsstärkend. Auch das Bindegewebe ist an der Ausleitung von Giften oder Schwermetallen beteiligt, weil diese Stoffe dort eingelagert werden.
  • Artischocke: Dieses Gemüse ist u.a. für seine leberschützende, harntreibende, verdauungsfördernde und Gallenfluß anregende Wirkung bekannt.
  • Blasentang: Dieser Pflanze wird eine stoffwechselanregende Eigenschaft zugeschrieben. Gerade bei der Entgiftung und Ausleitung ist ein aktiver Stoffwechsel immens wichtig.
  • Brennnessel: Die Brennnessel regt den Stoffwechsel (hier besonders in Galle und Leber) an, reinigt das Blut und wirkt entsäuernd auf das Bindegewebe. Sie zählt zu den bekanntesten Ausleitungspflanzen.
  • Brunnenkresse: Diese Pflanze enthält die für die Kreuzblütler typischen Senföle, aber auch Mineralstoffe, Spurenelemente sowie Gerb- und Bitterstoffe. Brunnenkresse fördert die Funktionsfähigkeit vieler Ausleitungsorgane. Sie unterstützt Leber, Galle, Blase und Nieren und wirkt sich positiv auf den gesamten Stoffwechsel aus.
  • Goldrute: Die echte Goldrute ist wie die Brennnessel, eines der bekanntesten Ausleitungspflanzen. Ihre ätherischen Öle, Gerb- und Bitterstoffe, Saponine und Flavonoide wirken u.a. schweißtreibend, stark entwässernd und verdauungsfördernd. Durch ihre schweißtreibende, stoffwechselanregende und leberunterstützende Wirkung beschleunigt sie die Ausleitung über verschiedenste Wege.
  • Löwenzahn: Durch die vielen wertvollen Inhaltsstoffe des Löwenzahns (Bitter-, Gerb- und Mineralstoffe sowie zahlreiche Vitamine und Provitamine) stärkt eine Einnahme die Galle, die Leber, den Magen-Darm-Trakt, die Nieren und die Blase.
  • Meerrettich: Das scharfe Senföl, welches besonders beim Verzehr von Meerrettich, aber auch bei anderen Retticharten zu schmecken ist, wirkt u.a. verdauungsfördernd und harntreibend. Es befreit die Atemwege und fördert die Durchblutung. All diese Prozesse sind wichtig für die Ausleitung von Giften und Schwermetallen.
  • Rhabarber: Die Wurzel des Rhabarbers wirkt aufgrund ihrer Inhaltsstoffe leicht abführend und regt die Sekretion des Dickdarms an. Gleichzeitig hemmt die Rhabarberwurzel die Aufnahme von Gift- und Schadstoffen über den Darm. Diese Eigenschaften machen sie zu einer effektiven Ausleitungspflanze.
  • Wacholder: Die Wacholderbeeren wirken sich positiv auf die ausleitenden Harnwege aus. Gerbstoffe, ätherische Öle, Harze, organische Säuren und andere enthaltene Inhaltsstoffe sind u.a. für die entgiftende und verdauungsfördernde Wirkung des Wacholders verantwortlich.

Eine einfache Anleitung für den Umgang mit Herb- und Bitterstoffen finden Interessierte z.B. in dem Buch „Herb- und Bitterstoffe – Rezepte und Anwendungen“ von Andrea und Florian Überall.

Neben den frischen und getrockneten Produkten, bieten sich immer auch – um eine gleich bleibend gute und ausreichend hoch dosierte Qualität zu garantieren – deren Alternativen wie Kapseln, Dragees oder Tinkturen und Essenzen aus der Apotheke und dem Kräuterhaus an.

Veröffentlicht von

Bärbel Puls
Bärbel Puls

 

 

 

 

Über Wirksam Heilen:
Der Verlag „Wirksam heilen“ ist ein Herzensprojekt das von Bärbel Puls im Jahr 2014 gegründet wurde. Aufgrund eigener, gesundheitlicher Probleme beschäftigte sich Frau Puls bereits sehr früh und sehr intensiv mit diversen Erkrankungen sowie wirksamen Naturheilverfahren. Im Jahr 2006 folgte die Gründung des Schüssler-Forums, das schnell eine wichtige Anlaufstelle für viele Menschen mit gesundheitlichen Problemen in Deutschland wurde. Im Jahr 2014 wurde dann „Wirksam Heilen“ ins Leben gerufen, ein umfassendes Compendium und digitales Nachschlagewerk zu einer Vielzahl von Erkrankungen und Gesundheitsproblemen sowie alternative und wirksame Behandlungsmethoden dazu.

Kontaktdaten:
BENE NATURA D.O.O.
Geschäftsführer Stefan Lackermeier
kontakt@wirksam-heilen.de

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Article by Bärbel Puls / Allgemein / Detox, Entgiften, Entschlacken, Entschlackungskuren, Herb- und Bitterstoffe, Naturheilkunde, Phytotherapie, Säure-Basen-Haushalt, Stoffwechsel, Übersäuerung, Wirksam heilen

Über Bärbel Puls

Seit März 2006 in Sachen alternative Behandlungsmöglichkeiten aktiv im Netz.
Autorin diverser Beiträge zum Thema Gesundheit (in Printmedien und im Internet).

Kommentare

  1. Sabienes meint

    1. September 2017 um 10:14

    Ich finde deine Auflistung von Pflanzen, die das Entgiften fördern, sehr gut. Ich halte „Detox“ zum großen Teil für eine Modeerscheinung und ich glaube, dass man in der Regel keine teuren Lebensmittelzusätze dafür kaufen muss.
    LG
    Sabienes

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