Bevor Arzneimittel auf den Markt kommen, müssen sie zugelassen werden. Wir Verbraucher – aber natürlich auch unsere Ärzte und Apotheker – sollten uns dann darauf verlassen können, dass die Studien, die jeder Zulassung zugrunde liegen, auch strengstens kontrolliert werden.
Dass dem nicht immer so ist, bewies zuletzt erst wieder der Skandal Ende 2014.
Und man mag gar nicht daran denken, dass es eh nur die Spitze des Eisberges ist, was wir da zu lesen und zu hören bekommen. Zufälle sind es, die da einen Schwindel aufdecken und nicht die Resultate gewissenhaft arbeitender Kontrollinstanzen. Glaubt man den Berichten, dann wird getrickst, bis sich die Balken biegen und das auf Kosten unserer Gesundheit.
Ben Goldacre (britischer Arzt und Journalist) hat mit seinem Buch „Die Pharma-Lüge: Wie Arzneimittelkonzerne Ärzte irreführen und Patienten schädigen“ den Finger sprichwörtlich in die Wunde gelegt und erreicht, dass immer mehr Menschen verordnete Medikamente hinterfragen.

Goldacre argumentiert in diesem Buch, ähnlich wie bereits in einem Kapitel seines ersten Buches (Die Wissenschaftslüge: Wie uns Pseudo-Wissenschaftler das Leben schwer machen), dass Ärzte und Patienten gute wissenschaftliche Belege brauchen, um dann auch gut informierte Entscheidungen treffen zu können. Jedoch, so führt Goldacre aus, betreiben Unternehmen ganz legal an ihren eigenen Arzneimitteln mangelhafte Studien, welche, wenn sie unvorteilhafte Ergebnisse liefern, nicht publiziert werden. So klagt er auch staatliche Regulierungen an, da diese lebenswichtige Informationen durch die Duldung dieser Praxis zurückhalten, was eine große Anzahl an Patienten gefährdet (Zitat Wikepedia). Ben Goldacre hat seriös und sorgfältig recherchiert und kann für seine getätigten Aussagen alle Beweise auf den Tisch legen. Seine Fakten sind nachprüfbar, hieb- und stichfest und darum umso erschreckender.
Aber nicht nur dieses Buch wühlt auf!
Arbeitet man sich durch das Internet, kann man – egal zu welcher Krankheit bzw. den dafür verordneten Medikamenten – eine Menge an Informationen finden, die Angst machen.
Und das aus gutem Grund.
Hier geht es in den seltensten Fällen nur um eine Kopfschmerztablette, die man einnimmt oder eben nicht, sondern oft geht es um Medikamente, die lebensnotwendig sind. Und da es der Pharmaindustrie im groß angelegten Stil darum geht, bestimmte Medikamente möglichst weltweit an den Patienten zu bringen, kann man sich das Ausmaß vorstellen.
Und dass der letzte, mehr oder weniger durch Zufall herausgefundene, Skandal sich soweit entfernt abgespielt hat, ist auch nicht verwunderlich. Klinische Studien in Europa durchzuführen ist teuer und man muss eher damit rechnen, dass einem auf die Finger geschaut wird. Studien in der Dritten Welt haben gleich mehrere Vorteile:
- Sie sind weit weg und damit deutlich schwieriger zu kontrollieren.
- Sie kosten weniger, da bereitwillige Testpersonen für „kleines Geld“ Schlange stehen. Für viele Menschen dort ist es die einzige Möglichkeit, ihre Familie zu ernähren. Und nicht zu vergessen, dass es im Falle von Problemen eine schnellere und günstigere Lösung gibt. Denn die Betroffenen haben nicht die Mittel, rechtlich gegen die Firma vorzugehen und werden, wenn überhaupt, mit einer kleinen Abfindung zum Schweigen gebracht.
- Da viele dieser Teilnehmer auch nur begrenzt lesen und schreiben können, braucht die Test-Firma sich auch keine Gedanken zur Ethik zu machen. Denn jeder Teilnehmer sollte eigentlich über die Inhalte und Risiken der Tests informiert werden. Aber wenn man nicht lesen kann oder den Inhalt nicht versteht, dann geht man „blind“ in solche Versuche und hofft auf einen guten Effekt der Substanz, die man verabreicht bekommt.
- Auf der anderen Seite ist es dann verständlich, wenn Teilnehmer, die bei mehreren Tests gleichzeitig eingesetzt werden, selbst versuchen zu „schummeln“. Um im Testprogramm zu bleiben, werden Nebenwirkungen verschwiegen. Oder es treten keine Nebenwirkungen auf, da der Teilnehmer seine Testpille einfach nicht mehr einnimmt.
Alles das sind Probleme, die zu den bewussten Fälschungen der Test-Firma noch verschärfend hinzu kommen (Quelle u.a.).
Ein Branchenexperte sagt, dass nur etwa ein Prozent der Studien inspiziert werden.
Christian Steffen, bis 2010 Abteilungsleiter für Klinische Prüfung des BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) kritisiert, dass gerade Studien für Generika schrecklich einfach zu fälschen seien und die Bundesregierung das Problem dieser extrem seltenen Inspektionen augenscheinlich nicht angehen wolle. Aber auch in Deutschland und in anderen europäischen Ländern seien den Behörden immer wieder vorsätzliche Manipulationen aufgefallen. Ein deutscher Internist habe Patienten erfunden und deren Unterschriften fingiert. Er blieb straffrei, weil die Fälschung schon verjährt war. Oder ein anderer Arzt hat EKGs manipuliert. Obwohl seine Praxis in zwei Jahren an 50 Studien teilgenommen hatte, hatte keines der pharmazeutischen Unternehmen die augenfälligen Tricksereien beanstandet. Der Arzt kam mit einer vergleichsweise geringen Geldstrafe davon – trotz der Millionenumsätze, welche die Studien seiner Praxis eingebracht haben dürften (Quelle u.a.).
So, wie Ben Goldacre in seinem Buch fordert, sollte jeder Patient genauer hinschauen, genauer nachfragen und bessere Informationen einfordern und letztendlich auch überlegen, ob bestimmte Medikamente wirklich nötig sind.
Keine Frage, wir brauchen die allopathischen Mittel und dieses soll kein Aufruf sein, die verordneten Medikamente in die Ecke zu stellen. Aber es gibt nachweislich sehr viele Mittel, die wieder besseren Wissens verordnet werden. Kein Arzt sagt Ihnen z.B., dass Bluthochdruckmittel oder Cholesterinsenker gar nicht oder nur geringer dosiert nötig sind, wenn Sie an Ihrer Lebensweise etwas ändern. Sicher ist es leichter, ein paar bunte Pillen einzunehmen, als lieb gewonnene Wege zu verlassen. Gesunde Ernährung, tägliche Bewegungseinheiten und ein Gegensteuern mit sanften Helfern verlangen einem etwas ab und bedeuten, die Verantwortung für seine Gesundheit nicht an der Tür zur Arztpraxis abzugeben. Belohnt wird man aber mit dem Gefühl, selber verantwortlich zu sein für ein „mir geht es (wieder) gut“ und der Gewissheit, dass Wechsel- und Nebenwirkungen ausgeschlossen sind.
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