Wie wichtig ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt ist, wird mittlerweile so gut wie jedem bekannt sein. Unumstritten ist, dass viele Krankheiten ihren Ursprung im „sauren Milieu“ haben und dass Krebszellen z.B. nur im sauren Milieu überleben können.
Und viele der sogenannten Zivilisationskrankheiten (Bluthochdruck, Diabetes Typ 2, Gicht, Herz- und Gefäßkrankheiten, Karies, aber auch Übergewicht (Adipositas) sowie manche Allergien und Hautkrankheiten und auch bestimmte Krebsarten, wie z. B. Lungen- oder Darmkrebs) haben eine größere Chance, wenn Betroffene über einen langen Zeitraum zu sauer gelebt haben.
Jeder kann ganz einfach ermitteln, wie es mit dem eigenen Säure- Basen-Haushalt bestellt ist. In diesem Beitrag habe ich u.a. die Möglichkeiten zum Testen aufgezeigt.
Diese sollten auch genutzt werden, ehe man sich jetzt einfach allen entsäuernden Maßnahmen unterzieht. Wichtig ist zu wissen, dass nicht in jedem Fall unbedenklich oft und unbegrenzt „basische Substanzen“ eingenommen und angewandt werden sollten. Diese sind kein „Allheilmittel“, mit dem im Ruck-Zuck-Verfahren eine Übersäuerung zu beheben ist.
Ein ausgewogenes Säure-Basen-Gleichgewicht im Körper ist lebensnotwendig. Der Organismus versucht das Säure-Basen-Verhältnis im Blut stetig konstant zu halten. Gemessen wird er über den pH-Wert, welcher bei 7,4 (±0,05) liegen muss. Damit unsere Stoffwechselprozesse reibungslos funktionieren (einige Prozesse benötigen ein stark saures Milieu), brauchen wir Basen und Säuren. Eine rein basische Ernährung und drastische Maßnahmen zum Entsäuern sind daher nicht zu empfehlen.
Richtig reagieren sollte man, wenn eine Übersäuerung vorliegt
Dann muss für eine erfolgreiche Behandlung grundsätzlich die Säurezufuhr reduziert werden. Eine Faustregel lautet: Viermal soviele basenbildende wie säurebildende Lebensmittel auf den Speisenplan zu setzen, weil der gesunde Organismus zu 20% aus Säuren und zu 80% aus Basen besteht. Die überwiegend basische Ernährung sollte unbedingt über mehrere Monate beibehalten werden, denn viele Schlacken bauen sich nur sehr langsam ab.
Basische Lebensmitteln sind welche, die viel Calcium, Eisen, Kalium, Magnesium, Natrium und Zink enthalten. Diese Stoffe bilden Mineralsalze und haben die Wirkung, Säuren zu neutralisieren. Gräser, Kräuter, rohes Gemüse, Sojaprodukte wie Tofu, Samen, Körner und reifes Obst sind die am stärksten basischen Nahrungsmittel.
Vermeiden Sie jetzt vor allem neue Säurebelastungen durch tierische Produkte (Fleisch- und Wurstwaren, Fisch, Eiweiß, Milch und Milchprodukte – mit Ausnahme von Butter –, zuckerhaltige Nahrungsmittel, Fastfood und Fertiggerichte, Reis, Getreide und Vollkornprodukte, Süßigkeiten und künstliche Süßstoffe, Geschmacksverstärker sowie künstliche Aromastoffe. Auch Alkohol, Früchtetee, grüner und schwarzer Tee, Kaffee, Kakao und kohlensäurehaltige Getränke (Limonaden, Cola, Sprudelwasser) sowie Nikotin sollten stark eingeschränkt, besser noch gemieden werden.
Wer sich jetzt in Sachen Ernährung fragt, was überhaupt noch möglich ist, dem sei gesagt, dass man – wenn man die Grundregeln der Vollwerternährung beachtet – automatisch auch die Regeln für einen gesunden Säure-Basen-Haushalt vorliegen hat. Schauen Sie sich die Ernährungspyramide an, dann sehen Sie, wie vielfältig der Speiseplan aussehen kann. Immer mehr Krankenkassen bieten entsprechende Kurse an, in denen Betroffene lernen, diese Lebensmittel schmackhaft in den täglichen Speiseplan zu integrieren.

Und ganz wichtig:
Geben Sie Ihrem Körper Zeit und unterstützen Sie seine Arbeit, indem Sie sich viel Schlaf und auch Bewegung an der frischen Luft gönnen. Hier sind regelmäßige 30 bis 40mintütige stramme Spaziergänge schon völlig ausreichend. Diese sollten mehrmals die Woche eingeplant werden. Regelmäßige Bewegung beeinflusst den Säure-Basen-Haushalt positiv, da die zusätzliche Sauerstoffzufuhr die Regulierung von Säuren und Basen unterstützt und vorantreibt. Aber beachten Sie: Ein Zuviel an Bewegung, wie z.B. Leistungssport, setzt verstärkt Säuren frei. Achten Sie auf ein gesundes Mittelmaß.
Gut zu wissen ist auch, dass der Körper drei Kontrollmechanismen einsetzt, um den Säure-Basen-Haushalt stabil zu halten. Überschüssige Säure wird:
- über die Nieren ausgeschieden,
- sorgen sogenannte pH-Puffer im Blut dafür, dass bei plötzlichen Säureschwankungen der Körper intakt bleibt und
- wird durch das Ausatmen von Kohlendioxid dafür gesorgt, dass der ph-Wert reguliert wird. Das Atemzentrum im Gehirn und die Lunge können den pH-Wert des Blutes von Minute zu Minute kontrollieren, indem sie Tiefe und Geschwindigkeit der Atemzüge angleichen. Bei verstärkter Atmung sinkt der Kohlendioxidgehalt des Blutes und es wird basisch. Wird die Atmung flacher, steigt der Kohlendioxidgehalt des Blutes und es wird sauer. Wer sich also „tiefe Atmung“ zur Gewohnheit macht und diese dann auch noch bei einem Spaziergang an der frischen Luft ausübt, kann alle gewählten Behandlungsmaßnahmen auch damit wunderbar unterstützen.
Aber es gibt noch weitere Ansätze, denn eine Übersäuerung kann viele Ursachen haben
So sind z.B. Ängste, Hektik, Stress und Wut mitverantwortlich für die Entstehung der Übersäuerung. Entspannungstechniken, wie Autogenes Training, Meditation, Progressive Muskelentspannung und Yoga, sind darum ideale Begleiter, wenn Sie betroffen sind. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse nach geeigneten Maßnahmen. Die Kosten für bestimmte Kurse werden in vielen Fällen übernommen oder bezuschusst.
Trinken Sie viel stilles Wasser, Kräutertees und / oder frisch gepresste Fruchtsäfte. Nur so können die Säuren schnell den Körper verlassen. In Sachen Kräutertees können Sie mit vielen Sorten (z.B. Artischocke, Löwenzahn, Mariendistel, Schafgarbe oder Tausengüldenkraut) den entsäuernden Effekt noch unterstützen. In Apotheken und Kräuterhäusern bekommen Sie entsprechende Tees sowie fertige Mischungen.
Auch Bitterstoffe helfen bei der Entsäuerung. Zu den uns bekanntesten „Bitterpflanzen“ zählen u.a. Andorn, Artischocke, Benediktinerkraut, Enzian, Fieberklee, Hopfen, Löwenzahn, Mariendistel, Tausendgüldenkraut und Wermut. Wer sich die Bitterkraft zu nutze machen möchte, ist gut beraten, auf fertige Produkte (Tinkturen, Tropfen) aus der Apotheke oder dem Kräuterhaus zu setzen.
Es gibt fertige Kurkonzepte, so z.B. auch von Hildegard von Bingen, wo man von der fertigen Bitterkraft täglich zwei bis dreimal einen Teelöffel vor dem Essen pur oder mit Wasser verdünnt einnimmt.
Aber auch zum Selbermachen finden sich zahlreiche Hilfen. So z.B. in dem Buch „Herb- und Bitterstoffe – Rezepte und Anwendungen“ von Andrea und Florian Überall.
Liegt eine starke Übersäuerung vor oder ist angeraten, den pH-Wert schnell zu senken, kann auch die Orthomolekure Medizin im Zusammenspiel mit der Mineralstofftherapie helfen. Zu den basischen Mineralien gehören – wie oben erwähnt – Calcium, Eisen, Kalium, Magnesium, Natrium und Zink. Diese basischen Mineralien werden auch als Entsäuerungsmineralien bezeichnet. Hier sollte aber nicht einfach in Eigenregie munter drauflos kombiniert und dosiert werden. Ein erfahrener Orthomolekularmediziner bzw. Mineralstoffberater sollte den tatsächlichen Bedarf ermitteln und die für Sie optimale Empfehlung aussprechen.
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Ausbildung Schüßler Salze
Ich habe rosacea und benutze seid einiger zeit eine basische FeuchtigkeitsCreme . Kann ich diese nun auf Dauer nehmen , oder sollte ich nach einiger Zeit auf andere Produkte umsteigen .
Hallo Frau Abel,
dieses würde ich ganz vom Hautbild abhängig machen. Bei der Rosacea und einer „nur“ äußerlicher Anwendung kann man da sehr gut erkennen, wenn die Haut nach etwas anderem verlangt. Aus der Kosmetik weiß ich, dass viele Betroffene über Jahre ein sehr gutes Hautbild erhalten haben und eine basische Feuchtigkeitspflege die Grundvoraussetzung dafür war. Ich würde ein „umsteigen“ nur ins Auge fassen, wenn sich sicht-/spürbar etwas verschlechtert.
Herzlichst Bärbel Puls