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10. Juli 2015

Nutzen auch Sie, was sich seit Generationen bewährt hat

(Inklusive Audioversion)

Zwar hat die moderne Medizin gerade auch die Auflagen, Kompressen und Wickel in den Hintergrund verdrängt, für alternative Behandlungsmethoden spielen diese aber immer noch eine große Rolle. Sie können sowohl zur Vorbeugung, zur Schmerzlinderung als auch zur Förderung der Heilung eingesetzt werden.

Grundsätzlich versteht man unter „Wickel“ Ganz- oder Teilkörperanwendungen, bei denen der betroffene Körperteil komplett mit Tüchern oder Binden umwickelt wird.

„Kompressen“ sind ortsgebundene heilende Auflagen, die mit einem Tuch oder durch Binden mit nur leichtem Druck gesichert werden.

Bei einer „Auflage“ dient das Tuch oder die Binde nur der Fixierung und übt keinen Druck aus.

Für Wickel wird oft Hilfe benötigt und sie sind generell aufwendiger in der Anwendung. Auflagen und Kompressen sind einfacher anzuwenden und werden in der Eigenbehandlung sehr viel häufiger genutzt.

So einfach geht es:

Für beide Behandlungen nimmt man ein Baumwoll- oder Leinentuch, für Auflagen reicht manchmal auch eine Mullauflage oder auch ein Wattebausch. Falten Sie die Auflage immer auf die Größe der zu behandelnden Fläche. Geben Sie darauf die Heilsubstanz oder tränken Sie das Tuch mit der Lösung (Tee / Absud) und wringen es aus. Legen Sie es auf die zu behandelnde Fläche und fixieren Sie das Ganze mit einem Übertuch oder einer elastischen Binde. Kleinere Flächen können auch unter einem Pflaster fixiert werden.

Eine Faustregel, wann kalte oder warme Anwendungen gewählt werden sollten:

Hier ist mitentscheidend, was als angenehmer empfunden wird und / oder was von der Art der Verletzung oder Beschwerde her angezeigt ist.

So wird eine akute Verletzung, eine Entzündung oder Fieber eher „kalt“ und eine chronische Beschwerde, Koliken, Verkrampfungen oder Verspannungen eher „warm“ bis „heiß“ behandelt.
Gerade bei chronischen Gelenk- und Rückenschmerzen, bei Furunkeln und anderen Hautunreinheiten haben sich heißere Anwendungen bewährt.

Alte Küche, alte Hausmittel
Seit Generationen bewährt. (Foto by Rainer-Sturm pixelio.de)

Auch wenn oftmals alleine schon in Wasser getauchte Auflagen und Kompressen eine Menge bewirken, wird mit bestimmten Zusätzen deutlich mehr erreicht. Als Wirkstoffe dienen dann z.B. auch Zubereitungen, deren Ausgangsstoffe Sie in jeder Küche finden: so z.B. Kartoffeln, Zwiebeln, Quark, Brot, Honig, Kohl, Senf aber auch Heilkräuter oder Leinsamen und Heilerde.

Wadenwickel, die das Fieber senken, sind so gut wie jedem bekannt. Dieses uralte und unkomplizierte Hausmittel hat der eine oder andere sicher auch schon angewandt und es hat auch heute an Wirkung nicht verloren.

Damals wie heute – egal ob für verspannte Muskeln, Verbrennungen, offene Wunden, Erkältungskrankheiten mit all ihren Begleiterscheinungen oder schmerzende Gelenke und Hauterkrankungen – es gibt kaum etwas, wo nicht auch eine dieser äußerlichen Anwendungen in Betracht gezogen werden kann.

  • Wer die Wadenwickel nur vom Hörensagen kennt: Sie sind ideal um auch hohes Fieber zu senken, sind leicht anzuwenden und die benötigten Utensilien sind in wirklich jedem Haushalt zu finden. Zudem haben sie – im Gegensatz zu fiebersenkenden Medikamenten – keinerlei Nebenwirkungen. Sie benötigen 2 kleine und 2 etwas größere Handtücher und – zum Schutz für das Bett – eine wasserdichte Unterlage. Dafür reicht aber oft auch ein dickeres Frotteetuch. Die kleineren Handtücher werden in lauwarmes Wasser getaucht, leicht ausgedrückt und dann um die Unterschenkel gewickelt. Anschließend werden die etwas größeren Tücher trocken über die nassen Wadenwickel gelegt und alles für etwa zehn Minuten so belassen. Das Ganze wird zwei- bis dreimal wiederholt. Wer dem Wasser noch Essig (Apfel- oder Obstessig) hinzufügt, kann die fiebersenkende Wirkung der Wadenwickel unterstützen. Wenn man die Wickel mindestens 20 Minuten aufliegen lässt, kann eine beruhigende und schlaffördernde Wirkung erzielt werden.
  • Zwiebelsäckchen sind heute noch genauso effektiv wie zu Urgroßmutters Zeiten. Sie eignen sich u.a. für die Behandlung entzündeter oder schmerzender Ohren. Schneiden Sie einfach eine handelsübliche Küchenzwiebel in kleine Würfel, erhitzen diese über einem Wasserbad und geben alles auf eine Mullkompresse oder ein Stofftaschentuch. Dieses wird als Päckchen zusammenlegt und – mit einem Stirnband oder einer Elastikbinde fixiert – für 20 bis 30 Minuten auf das betroffene Ohr gelegt. Die Behandlung kann mehrmals am Tag wiederholt werden. Bitte stellen Sie für jede Behandlung ein neues Zwiebelsäckchen her. Die Anwendung hat u.a. eine antibakterielle, entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung.
  • Kohlwickel haben u.a. eine abschwellende und blutreinigende Wirkung. Speziell auf schmerzhafte und entzündliche Prozesse wirken sie kühlend und beruhigend. In der Naturheilkunde werden diese Wickel u.a. bei Arthritis, Gicht, Juckflechte, Nagelbettentzündung, offenen Beinen, Ohrenschmerzen, Quetschungen, Rheuma und Venenentzündung empfohlen. Lösen Sie einfach einige Blätter vom Kohlkopf und walken Sie diese solange auf einer Arbeitsfläche, bis Saft austritt. Sie können auch eine längliche Flasche oder das Nudelholz zur Hilfe nehmen. Die Blätter dann auf die betroffenen Bereiche legen und mit einem Tuch oder einer elastischen Binde fixieren. In Ruheposition alles 1 bis 2 Stunden wirken lassen und mehrmals am Tag – immer mit frischen Blättern –  wiederholen.
  • Kamillenkompressen haben u.a. eine antibakterielle, austrocknende, beruhigende, blutreinigende, entzündungshemmende aber auch krampf- und schmerzlindernde Wirkung. Kompressen oder Wickel werden in der Naturheilkunde z.B. bei Arthrose, Follikel (Haarwurzelentzündung), Furunkel, Hautjucken aber auch bei Bauch- und Magenschmerzen empfohlen. Man kann als Grundlage einfach einen stark gekochten Kamillentee aus einem Aufgussbeutel verwenden oder 2 TL Kamillenblüten mit gut ¼ l kochendem Wasser übergießen und 5 Minuten ziehen lassen. Je nach zu behandelnder Fläche eine Kompresse / Tuch darin tränken, leicht ausdrücken und angenehm warm auflegen. Mit einem trockenen Tuch fixieren und mindestens 20 bis 30 Minuten wirken lassen. Die Behandlung mehrere Male am Tag – immer mit einer frisch zubereiteten Kompresse – wiederholen.

Ich bin sicher, dass die Einfachheit solcher Anwendungen und die Wirkweisen auch Sie überzeugen werden.

Veröffentlicht von

Bärbel Puls
Bärbel Puls

Kontaktdaten:
BENE NATURA D.O.O.
Geschäftsführer Stefan Lackermeier
kontakt@wirksam-heilen.de

https://wirksam-heilen.de
http://www.schuessler-info.de/

Weiterführende Links:
https://konzepte-und-heilkunst.de
Ausbildung Schüßler Salze

 

Article by Bärbel Puls / Allgemein / Auflagen, Hausmittel, Kohlwickel, Kompressen, Wadenwickel, Wickel, Zwiebelsäckchen

Über Bärbel Puls

Seit März 2006 in Sachen alternative Behandlungsmöglichkeiten aktiv im Netz.
Autorin diverser Beiträge zum Thema Gesundheit (in Printmedien und im Internet).

Kommentare

  1. baby fieberthermometer meint

    24. April 2016 um 19:18

    Guten Tag, dies ist schöner Text. Wir haben für unsere Kinder
    diverse Fieber Thermometer immer parat! Ein Modell mit dem ich am Popo messen kann und 1 weiteres zum
    messen im Gehörgang. Dasjenige eignet sich außergewöhnlich fein, wenn man den Fieberstand unmittelbar kurz abchecken will
    – Auch wenn sie schlafen. Dazu reichen Thermometer
    für das Hörorgan vollkommen aus u. messen unserer Auffassung nach auch ganz fein.

  2. Bärbel Puls meint

    24. April 2016 um 19:54

    Hallo und lieben Dank für Ihren Kommentar. Gerade wenn es um unsere Kleinsten geht, sollten wir wirklich schauen, dass wir ihnen im Krankheitsfall nicht unnötig Stress bereiten. Da sind solche Thermometer sicher ideal.

    Herzlichst Bärbel Puls

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