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28. Oktober 2019

Die Pflanzenheilkunde – ideal auch für die Eigenbehandlung

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Bis zum Einzug der synthetischen Medikamente, waren Heilkräuter oft die erste Wahl, wenn es um die Behandlung von Krankheiten ging. Selbst für sehr viele uns bekannte industriell hergestellte synthetische Arzneimittel, stand die Natur Pate. So z.B. auch für das 1899 auf den Markt gebrachte Aspirin, welches bis heute eine große Bedeutung besitzt. Die Salicylsäure, ein Inhaltsstoff der Weidenrinde, die schon seit vielen Jahrtausenden als Naturheilmittel genutzt wird, wurde seit 1874 in großem Umfang produziert, weil sie als Rohstoff für dieses Medikament benötigt  wurde. Auch heute noch ist die Pharmaindustrie darum bemüht, die Wirkweisen bestimmter Heilpflanzen zu entschlüsseln, um sie sich für patentierbare Medikamente zu nutze zu machen.

Die meisten Pflanzen haben eine breite Zusammensetzung unterschiedlicher Wirkstoffe. Da ist es nicht immer leicht  den Überblick über Inhaltsstoffe, Wirkweise und Verwendung zu behalten. Aber mit ein wenig Einlesen und Umsicht in der Anwendung, eignen sich heute, wie vor hunderten von Jahren, gerade die Heilpflanzen für eine Eigenbehandlung.

In der Phytotherapie – also der Pflanzenheilkunde – sind weit mehr als 1.000 Heilpflanzen bzw. Kräuter benannt, die bei der Behandlung von Krankheiten und Beschwerden zum Einsatz kommen können. Die Nutzung gewährleistet in der Regel eine schonende Therapie, ohne gravierende Nebenwirkungen. Rezepte, die oft von Generation zu Generation weitergegeben wurden oder in Form von heilkundlichen Anleitungen in vielen älteren Kräuterbüchern hinterlegt sind, haben auch heute noch Bestand. Die in den Heilpflanzen enthaltenden Stoffe, u.a. ätherische Öle, Bitter- und Gerbstoffe, Flavonoide  oder auch Senföle, haben spezifische Wirkungen auf unseren Organismus. Je nach Auswahl und Zusammensetzung, können sie unser Immunsystem unterstützen oder behilflich sein im Kampf gegen Bakterien und Viren oder bei Entzündungsherden im Körper.

Interessant ist zu Wissen, dass viele Kräuter aber nicht nur gegen leichtere Beschwerden wie Magen- und Darminfekte oder Erkältungskrankheiten helfen, sondern auch bei vielen chronische Krankheiten Einsatz finden. Zudem ist mittlerweile sogar erwiesen, dass einige Heilkräuter eine krebshemmende und krebsvorbeugende Wirkung haben.

Fast alle Heilpflanzen und Kräuter können sowohl innerlich als auch äußerlich genutzt werden. Aber man muss bedenken, dass man von den Heilpflanzen keine schnelle Heilung erwarten kann. Sie wirken langsam und ein Behandlungserfolg stellt sich oftmals erst dann ein, wenn eine regelmäßige – über einige Wochen- oder gar Monate dauernde Einnahme oder Anwendung durchgeführt wird. Bei schweren Krankheiten dient die Pflanzenheilkunde immer nur begleitend zu anderen alternativen oder schulmedizinischen Maßnahmen.

Wer die entsprechenden Pflanzen wild sammeln möchte, sollte sich zuvor genau darüber informieren, wie und wo er sammeln darf, denn nicht überall sind Wildsammlungen möglich. Wichtig ist vor allen Dingen, dass man sich zuvor ausreichend mit dem Aussehen und der Beschaffenheit der Pflanzen auseinandersetzt. Viele Heilpflanzen sehen anderen Arten sehr ähnlich. Diese können jedoch ganz anders wirken und teilweise sogar giftig sein. Bevor selbst gesammelte Pflanzen weiterverarbeitet werden, sollte man sicher gehen, dass es sich um die richtigen Pflanzen handelt. Beachten sollte man außerdem, dass man von einigen Heilpflanzen nur spezielle Pflanzenteile für medizinische Zwecke nutzen kann. Zudem sollte man sich vor möglichen Verunreinigungen in Acht nehmen. Pflanzen, die beispielsweise an Rändern stark frequentierter Straßen stehen oder an Wegrändern wachsen, die von Hundebesitzern als Auslauf genutzt werden, sollten nicht gepflückt werden. Auch wenn man in seiner nächsten Umgebung oft gerade die Pflanzen findet, die für eine Behandlung denkbar sind, empfiehlt sich – wegen der Reinheit, der gleichbleibenden Qualität und der Einfachheit der Zubereitung – der Kauf eines entsprechenden Produktes über Apotheken, Reform- oder Kräuterhäuser.

Da die Teeform von fast allen Heilpflanzenkundigen genutzt wird, möchte ich Ihnen folgende Richtlinien einstellen, nach denen Sie die Herstellung vornehmen können:

  • Teeherstellung aus Blüten: Übergießen Sie die gewählte Menge mit 30 bis 60°C warmem Wasser, gut 5 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen.
  • Teeherstellung aus Blättern bzw. dem Kraut: Übergießen Sie die gewählte Menge mit heißem Wasser, 5 bis 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen.
  • Teeherstellung aus Samen und / oder Früchten: Die gewählte Menge in einem Mörser zerstoßen, dann mit heißem Wasser übergießen, 5 bis 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen.
  • Teeherstellung aus Rinde und / oder Wurzeln: Die gewählte Menge in einem Mörser oder einer Küchenmaschine grob zerkleinern, kalt ansetzen und langsam bis zum Siedepunkt erwärmen. Dann rund 20  bis 30  Minuten  zugedeckt bei kleiner Wärme ziehen lassen. Grobe Pflanzenteile müssen länger ziehen als die feiner Gemahlenen.

Eine Faustformel für die Dosierung:

  • Für die meisten Anwendungen nehmen Sie 1 bis 2 Teelöffel Kraut pro Tasse (rund 200 ml). Wurden grobe Zutaten (Wurzeln- oder Rinden) zu feinem Pulver gemahlen, reicht die Hälfte.
  • Ist es nicht anders erwähnt, sollten Sie zwei bis drei Tassen (jeweils 200 bis 300 ml) über den Tag verteilt trinken.
  • Zu beachten ist, dass nicht jede Pflanze „heiß“ aufgebrüht werden muss. Manchmal reicht ein Kaltauszug oder das Ansetzen eines Sudes.
  • Die meisten Tees und Absude können auch für Auflagen, Kompressen oder Umschläge genutzt werden.

Ideal ist es, wenn Sie die Tees und Kaltauszüge ungesüßt trinken. Wenn nötig, achten Sie auf „natürliche Süße“. Hier sind Ahornsirup, Agaven- oder Birnendicksaft, Stevia oder auch lokal produzierter Honig ideal. Honig aber immer erst in dem trinkwarmen Tee zufügen, weil er sonst seine gute Wirkung verliert.

Viele Heilpflanzenkundige nehmen die empfohlenen Pflanzen oder Kräuter in Intervallen von 10 Tagen, mit jeweils 3 bis 4 Tagen Pause und dieses bis zum Eintreten der gewünschten Wirkung.

Bestimmte Heilpflanzen sollten grundsätzlich – damit kein Gewöhnungseffekt eintritt – mit Unterbrechungszeiten genossen werden. Es gibt in der Regel immer Kräuter mit ähnlicher Heilwirkung, auf die man nach einer vier- bis sechswöchigen Einnahmezeit ausweichen kann. In der Apotheke und dem gut sortierten Kräuter- oder Reformhaus wird man Ihnen bei der Auswahl helfen. Hier ist man Ihnen zudem bei der Auswahl bestimmter Mischungen behilflich, wenn es einmal Geschmacksprobleme gibt. So wird beispielsweise ein Kümmeltee deutlich angenehmer im Geschmack, wenn dieser mit Anis und / oder Fenchel gemischt wird.

Auch durch Pflanzen bzw. durch die Einnahme bestimmter pflanzlicher Wirkstoffe können „Nebenwirkungen“ auftreten. So z.B. bei dem Johanneskraut. Auch wenn es bei der naturheilkundlichen Anwendung sehr selten einmal zu einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber dem Sonnenlicht kam, sollte während der Anwendung von Johanniskraut auf lange Sonnenbäder, Höhensonne oder Solarium verzichtet werden. Beachten Sie bitte bei allen Mitteln die Pflanzenbeschreibung bzw. die Angaben des Herstellers.

Wichtige Hinweise:

  • Obwohl Anwendungen mit Heilkräutern eine positive Wirkung auf Beschwerden haben, sollte man – wenn man sich mit diesen in ärztlicher Behandlung befindet – auch den Heilbehandler über die Einnahme informieren.
  • Ohne eine Zustimmung des Arztes sollten einem Säugling keine Heilpflanzen verabreicht werden.
  • Schwangere oder Stillende sollten bei pflanzlichen Zubereitungen immer auch die Wirkweisen beachten und gegebenenfalls den Arzt oder Apotheker befragen.

Fachbücher zum Thema „Phytotherapie“ sind teilweise sehr aufwendig gearbeitet und darum verständlicherweise auch teuer. Für den Einstieg hilft sicher schon das Buch „Heilpflanzenrezepte“ von Ursel Bühring.
Die in Kräuterkunde erfahrenen Autoren geben hier ihre Schatzkiste an persönlichen Erfahrungen und Tipps rund um die Heilpflanzen, deren Anwendung und Wirkung weiter. Zum gesund werden und zum gesund bleiben.

Veröffentlicht von

Bärbel Puls
Bärbel Puls

 

 

 


Über Wirksam Heilen:

Der Verlag „Wirksam heilen“ ist ein Herzensprojekt das von Bärbel Puls im Jahr 2014 gegründet wurde. Aufgrund eigener, gesundheitlicher Probleme beschäftigte sich Frau Puls bereits sehr früh und sehr intensiv mit diversen Erkrankungen sowie wirksamen Naturheilverfahren. Im Jahr 2006 folgte die Gründung des Schüssler-Forums, das schnell eine wichtige Anlaufstelle für viele Menschen mit gesundheitlichen Problemen in Deutschland wurde. Im Jahr 2014 wurde dann „Wirksam Heilen“ ins Leben gerufen, ein umfassendes Compendium und digitales Nachschlagewerk zu einer Vielzahl von Erkrankungen und Gesundheitsproblemen sowie alternative und wirksame Behandlungsmethoden dazu.

Kontaktdaten:
BENE NATURA D.O.O.
Geschäftsführer Stefan Lackermeier
kontakt@wirksam-heilen.de

https://wirksam-heilen.de
http://www.schuessler-info.de/

Weiterführende Links:
https://konzepte-und-heilkunst.de
Ausbildung Schüßler Salze

 

Article by Bärbel Puls / Allgemein / Alternative Heilmethoden, Heilkräuter, Heilpflanze, Laienbehandlung, Naturheilkunde, Pflanzenheilkunde, Phytotherapie, Wirksam heilen

Über Bärbel Puls

Seit März 2006 in Sachen alternative Behandlungsmöglichkeiten aktiv im Netz.
Autorin diverser Beiträge zum Thema Gesundheit (in Printmedien und im Internet).

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